Heissluft

Unser Holzschutzexperte (Lignum), Peter Frutiger, begutachtet vorgängig alle Bauteile auf lebenden Befall, erstellt eine Expertise und nötigenfalls eine Offerte. Die zu behandelnden Räume müssen geräumt und gesäubert werden. Diese und alle weiteren Vorbereitungsarbeiten werden in Absprache von Ihnen oder durch uns ausgeführt. Danach dichten wir die Räume mit Planen sorgfältig ab und bringen an den niedrigsten Punkten des Dachstockes Temperaturmessfühler an. Mit unseren modernen Heissluftgeräten führen wir anschliessend mittels Alurohren 80-120°C heisse Luft ein. Die Maschinen stehen immer ausserhalb des zu beheizenden Raumes. Die von aussen eingeblasene Luft erzeugt einen Überdruck. So wird gewährleistet das Luft durch alle Ritzen und Undichtigkeiten nach aussen strömt und nirgendwo kalte Aussenluft einsickern kann. Für eine optimale Wärmeabgabe muss die Heissluft möglichst gleichmässig verteilt und in Bewegung gehalten werden. Deshalb werden die Heissluftrohre im Inneren mit T-Stücken und Bögen verzweigt und die Heissluft, der Raumgeometrie entsprechend, auf mehrere Ausblasöffnungen verteilt. Die Beheizungszeit für einen durchschnittlichen Dachstuhl beträgt ca. 5 bis 12 Stunden. Bei einer Temperatur ab 55 °C im Holzinneren (DIN 68800) beginnt die Abtötung durch Eiweissgerinnung der darin befindlichen Schädlinge in allen Stadien (Eier, Larven, Puppen, Käfer). Durch regelmässige Kontrolle der Luft- und Holzkerntemperaturen wird die Abtötung protokolliert. Hat das zu behandelnde Holz in der Querschnittmitte an allen Stellen eine Mindesttemperatur von 55° erreicht, wird noch eine Stunde weitergeheizt und dann die Heissluftzufuhr eingestellt.

Vorteile des Heissluftverfahrens
• das Heissluftverfahren ist umweltschonend und es werden keine chemischen Gifte eingesetzt
• das Heissluftverfahren erfasst die gesamte zusammenhängende Holzkonstruktion (auch später frisch eingebautes Holz) in ihrem ganzen Querschnitt (nicht nur an der Oberfläche) und garantiert
eine sofortige und 100%ige Abtötung des Befalls
• beim Heissluftverfahren müssen die zerfressenen Holzteile nicht entfernt werden, die Holzkonstruktion wird also weder geschwächt noch beschädigt
• das Heissluftverfahren ist auch für schwer zugängliche Orte und Hohlräume geeignet erreichen sind
• keine gesundheitlichen Nebenwirkungen durch Holzschutzmittel oder Begasungen.

Trockenholzschädlinge in Mitteleuropa
Holzzerstörende Insektenarten deren Larven sich in totem, trockenem Holz entwickeln können.
• Hausbock
• Nagekäfer (Anobien)
• Parkettkäfer (oder Splintholz-Käfer)

Anwendung des Heissluftverfahrens bei Hausschwamm Das Heissluftverfahren nach DIN 68800 (Fassung Februar 2012) wird auch bei der Hausschwamm-Bekämpfung erfolgreich eingesetzt. Jeder Fall muss bei diesem pflanzlichen Schädling individuell begutachtet werden und die Behandlung zusammengestellt und abgestimmt werden. Der gefürchtete Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) kann Mauerwerk meterweit durchwachsen, weshalb er gelegentlich auch Mauerschwamm genannt wird. Um Aussen-Mauern durchzuheizen, wird das Gebäude eingepackt und Innen- und Aussenseite gleichzeitig beheizt. Durch die Dicke der Mauern und die schlechtere Leitfähigkeit gegenüber Holz, sind die geforderten Abtötungsbedingungen noch um einiges strenger. Nachstehend eine kurze Auflistung der möglichen längeren Heizzeiten:
Temperatur Zeit
50 °C 16 Stunden
55 °C 8 Stunden
60 °C 2 Stunden
In feuchten Kellerräume und bei Grundmauern, die nur einseitig beheizbar sind, müssen unter Umständen zusätzlich „klassische“ chemischen Massnahmen eingesetzt werden. Dabei wird der Pilzbefall allerdings nie wirklich abgetötet, sondern nur seine weitere Ausdehnung verhindert.

Referenzen

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